Workshop mit innovativen 3D-Augenlid-Modellen made in Tirol
An der Anatomie der Medizin Uni Innsbruck findet erstmals ein Workshop statt, bei dem hochrealistische 3D-Augenlid-Modelle aus Tirol eingesetzt werden. Diese ermöglichen es, Operationstechniken unter realen Bedingungen zu trainieren. Die Modelle entstanden in einem von der Medizin Uni Innsbruck geleiteten Projekt und werden ausschließlich von den Tiroler Firmen Eyecre.at GmbH und Addion GmbH hergestellt. Darüber hinaus war das Management Center Innsbruck bei der Planung des Projektes beteiligt.
An der Anatomie der Medizinischen Universität Innsbruck wird erstmals ein neues Kapitel in der chirurgischen Ausbildung aufgeschlagen. Der LidSUMMIT Tirol 2025 ist der erste Workshop zur plastischen und rekonstruktiven Augenlidchirurgie, bei dem nicht nur praxisnahes Training an wissenschaftlichen Körperspenden vermittelt werden kann. Erstmals kommen auch 3D-Trainingsmodelle zum Einsatz, die es ermöglichen, Operationstechniken unter realen Bedingungen zu üben und zu optimieren. Die zur Gänze in Tirol hergestellten 3D-Augenlider sehen nicht nur täuschend echt aus, sie sind auch in Bezug auf die Haptik so nah am menschlichen Auge wie möglich. Die künstliche Produktion von Augenlidern ermöglicht es, bestimmte Erkrankungen, die chirurgisch behandelt werden müssen, künstlich herzustellen. Dazu zählen beispielweise Tumore am Augenlid.

LRin Cornelia Hagele, Direktor Marko Konschake und Rektor Wolfgang Fleischhacker (hintere Reihe, von li.) schauen den Klinikdirektoren Matus Rehak und Anton Schwabegger (vorne, von re.) bei einer Tumor-OP am 3D-Augenlid über die Schultern. (c) MUI/C. Simon
Marko Konschake: „Wir in Innsbruck sind hier Vorreiter“
„Gerade im Bereich der Augen ist eine sehr feine und ausgereifte Operationstechnik notwendig. Wir sind froh, dass wir diese jetzt noch besser vermitteln können“, erklärt Marko Konschake, Direktor des Instituts für Klinisch-Funktionelle Anatomie der Medizinischen Universität Innsbruck. „Die Kombination aus wissenschaftlichen Körperspenden und 3D-gedruckten Modellen bietet die perfekte Balance zwischen realistischer anatomischer Erfahrung und nachhaltiger Ausbildung. Dieses Projekt hat das Potenzial, weltweit in der medizinischen Lehre eingesetzt zu werden. Wir in Innsbruck sind hier Vorreiter und das erste anatomische Trainingszentrum, das über eine solche Möglichkeit verfügt.“ An der Entwicklung waren neben den ExpertInnen der Medizinischen Universität Innsbruck auch zwei Tiroler Firmen beteiligt, welche die 3D-Augenlider produzieren. Das in Kematen ansässige Unternehmen Eyecre.at GmbH beschäftigt sich seit mehreren Jahren erfolgreich mit der Entwicklung und Produktion von realitätsnahen künstlichen Augen für Schulungs- und Entwicklungszwecke. Die Firma Addion GmbH ist ein Additive-Manufacturing-Unternehmen und stellt verschiedenste 3D-gedruckte Objekte her.
Meilenstein für die chirurgische Ausbildung mit Förderung des Landes Tirol
Das Land Tirol hatte das Projekt mit 116.000 Euro gefördert. In einem nächsten Schritt sollen nun weitere anatomische Strukturen für chirurgische Trainings entwickelt werden. „Tirol setzt mit dieser Innovation neue Maßstäbe in der chirurgischen Ausbildung und Forschung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der Tiroler Landesregierung zeigt, wie gezielte Förderung zu medizinischen Fortschritten führen kann. Davon profitieren nicht nur unsere Patientinnen und Patienten, sondern auch Tirol als Standort für innovative Medizintechnik“, sagt Landesrätin Cornelia Hagele. Auch Rektor Wolfgang Fleischhacker betont die Innovationskraft. „Wir haben mit diesen Modellen die Möglichkeit, bestimmte Erkrankungen realitätsnah darstellen und reproduzieren zu können. Damit erhöhen wir einerseits die Qualität der Lehre und andererseits ist das ein Meilenstein in der chirurgischen Ausbildung.“
LidSUMMIT Tirol 2025: Vermittlung fortschrittlicher chirurgischer Techniken
Der Workshop, der vom 27. bis 29. März 2025 an der Medizinischen Universität Innsbruck stattfindet, ist damit einer der innovativsten weltweit. 30 MedizinerInnen aus dem gesamten DACH-Raum haben sich angemeldet. Im Rahmen der Fortbildung werden fortschrittliche chirurgische Techniken, darunter ästhetische und rekonstruktive Verfahren wie beispielsweise die Blepharoplastik gezeigt. Ebenfalls geht es um die schonende Entfernung von überschüssigem Gewebe am Auge, wie beispielsweise ein bösartiges Gewächs oder ein sogenanntes Gerstenkorn. Ein weiterer manchmal notwendiger komplexer Eingriff am Augenlid ist eine sogenannte Lappenplastik. Nach einer Tumorentfernung kann es notwendig sein, auch Gewebe zu entfernen, das zum Funktionserhalt dann wieder ersetzt werden muss. Diese und weitere Techniken sowie Lehrinhalte werden im Rahmen des interdisziplinären Kurses von Matus Rehak, Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Augenheilkunde und Optometrie sowie von Anton Schwabegger, interimistischer Direktor der Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie der Medizin Uni Innsbruck sowie Marko Konschake, Direktor des Instituts für Klinisch-Funktionelle Anatomie der Medizinischen Universität Innsbruck und deren Teams vermittelt.
(27.03.2025, Text: B. Hoffmann-Amman, Fotos: MUI/C. Simon)