search_icon 

close_icon

search_icon  

search_icon  

Staatspreise.jpg

Staatspreise für exzellente Absolventen der Med Uni Innsbruck

Andreas Zollner und Marian Haselrieder wurden für hervorragende Studienleistungen und Abschlussarbeiten mit einem österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Zollner erhielt für seine Dissertation – eine Endoskopiestudie – einen Award of Excellence. Marian Haselrieder bekam einen Würdigungspreis für das beste Diplom-/Masterstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck 2025.

Zwei ehemalige Studenten der Medizinischen Universität Innsbruck wurden mit einem Staatspreis vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet. Einen Award of Excellence – Staatspreis für die besten Dissertationen“ erhielt Andreas Zollner, der an der Univ.-klinik für Innere Medizin I, Direktor: Herbert Tilg tätig ist. „Natürlich habe ich mich sehr über den Preis gefreut“, erzählt der junge Gastroenterologe, dessen Dissertation bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. „Gleichzeitig ist mir bewusst, dass wissenschaftliche Auszeichnungen neben der inhaltlichen Arbeit auch davon leben, zur richtigen Zeit eine relevante Fragestellung zu bearbeiten. Wie unser Klinikdirektor Herbert Tilg häufig betont, ist dabei weniger die methodische Komplexität entscheidend als die Frage, die man stellt.“

Die Frage, der Zollner in seiner Dissertation nachging, drehte sich um Virusreste im Darm von Patient:innen nach einer COVID-19-Erkrankung. Betreut wurde die Arbeit von Timon Adolph (Univ.-klinik für Innere Medizin I). In einer Endoskopiestudie zeigte Zollner, dass bei einem Großteil der Patient:innen nach einer COVID-19-Erkrankung virale SARS-CoV-2-Antigene (Virusreste) über Monate im Darm nachweisbar bleiben. Diese Persistenz stand in engem Zusammenhang mit Long-COVID-Symptomen und wurde als möglicher pathophysiologischer Faktor des Long-COVID-Syndroms beschrieben – ein zuvor nicht belegter Zusammenhang. Dieses Konzept gilt heute als etabliert und hat zum besseren Verständnis der Krankheitsmechanismen von Long-COVID beigetragen. 

Würdigungspreis – Staatspreis für die besten Diplom- und Masterabschlüsse

Auch bei Marian Haselrieder war die Freude über den Staatspreis groß, umso mehr, weil er nicht damit gerechnet hatte. „Die Auszeichnung ist eine große Ehre und erfüllt einen rückblickend auf das Geschaffte mit Stolz“, so der 27-Jährige aus Bruneck. Während seines Studiums hatte der Südtiroler bereits zahlreiche Leistungsstipendien erhalten – und das, obwohl er nicht nur Humanmedizin an der Med Uni Innsbruck studierte, sondern parallel auch ein Bachelorstudium Informatik an der Uni Innsbruck absolvierte.

Alternativtext

Marian Haselrieder (l.) bei der Verleihung des Staatspreises mit Heribert Wulz vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung

Für seine Diplomarbeit an der Abteilung für Neonatologie (Univ.-klinik für Pädiatrie II, Direktorin: Ursula Kiechl-Kohlendorfer), die von Vera Neubauer betreut wurde, führte Haselrieder eine Studie mit 469 Frühgeborenen durch. „Schädigungen der weißen Substanz zählen zu den häufigsten Hirnläsionen bei Frühgeborenen. Ziel unserer Studie war es, den Zusammenhang periventrikulärer Echogenitätserhöhungen (PVE) in der Schädelsonographie und Schädigungen der weißen Substanz in der MRT bei Frühgeborenen < 32 SSW zu analysieren“, erklärt Haselrieder. Zur Detektion von Echogenitätserhöhungen wurden regelmäßig Schädelsonographien durchgeführt, am errechneten Geburtstermin wurde eine MRT angefertigt. „Wir konnten zeigen, dass Schädigungen der weißen Substanz in der MRT bei Frühgeborenen mit PVE signifikant häufiger und ausgeprägter waren, insbesondere falls die PVE ≥ 7 Tage persistierte oder Zysten vorhanden waren. Dennoch ist die Detektion einer PVE weder sehr sensitiv noch prädiktiv für eine Schädigung der weißen Substanz, da subtilere Schädigungen häufig auch ohne Auffälligkeiten in der Schädelsonographie einhergehen und zu deren Erkennung weiterhin eine MRT notwendig ist,“ fasst Haselrieder das Ergebnis zusammen.

Den Staatspreis sieht Haselrieder als Motivation für die Zukunft – seine Facharztausbildung möchte er in der Kardiologie in Linz absolvieren: „Dabei interessiert mich insbesondere die Rhythmologie mit all ihren technischen Innovationen“, erläutert er. „Neben meiner klinischen Ausbildung möchte ich auch weiterhin wissenschaftlich tätig sein und versuchen, das Wissen, das ich in meinem parallel absolviertem Informatikstudium erworben habe, konstruktiv einzusetzen und mit Forschungsprojekten sowie klinischer Anwendung zu verbinden.“

Festliche Preisverleihungen in Wien

Derzeit absolviert Haselrieder die Basisausbildung am Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz. Bei der Preisverleihung im Jesuitensaals der Alten Universität Wien wurde er noch einmal an seine erfolgreiche Studienzeit erinnert. Auch Zollner genoss den Festakt: „Es war spannend, insbesondere weil Dissertationen aus ganz unterschiedlichen medizinischen Themenbereichen ausgezeichnet wurden“, erinnert er sich. „Es war erfrischend zu sehen, mit welchen Fragestellungen sich andere junge Forscherinnen und Forscher beschäftigen – von musikwissenschaftlichen Arbeiten bis hin zu Untersuchungen zu landwirtschaftlichen Nutzflächen in Tirol.“

(Innsbruck, 02.02.2026, Text: P. Volgger, Fotos: BMFWF / Martin Lusser Photographie)

 

Aktuell